Stachelschrift
Montag, 2. August 2010Die Stachelschrift stellte einen weiteren Versuch dar, die Schrift für blinde Menschen darzustellen.
1807 entwickelte Johann Wilhelm Klein, Gründer und erster Direktor des Wiener Kaiserlich-Königlichen Blinden-Erziehungs-Institutes im Jahre 1804, die Stachelschrift.
Diese Schrift bestand aus punktiert dargestellten großen lateinischen Buchstaben, die mit Hilfe seines Stachel-Typen-Apparates seitenverkehrt ins Papier gedrückt wurden. Die Buchstaben konnten so von Sehenden und Blinden gleichermaßen gelesen werden, allerdings musste jeder Buchstabe vollständig mit den Fingern abgefahren werden.
Ein schnelles Lesen war mit der Stachelschrift nicht möglich. Auf Grund der Nachahmung der Großbuchstaben mit allen Bögen, Kurven und schrägen Linien konnten die Buchstaben von Blinden auch nicht mit der Hand geschrieben werden.
