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	<title>Aus dem Leben gegriffen - TROTZ-DEM</title>
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	<description>Behinderung erleben &#38; verstehen</description>
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	<item>
		<title>10 Tipps von Arya, der Blindenführhündin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jan 2025 13:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hallo, ich bin Arya. Wie ihr schon in meinem Steckbrief lesen konntet, bin ich die Blindenführhündin von Sabine Fiedler, die alle liebevoll „das Wiesel“ nennen, weil sie immer so flink unterwegs ist. Seit dem Sommer 2018 bilden wir ein super Team! In der gemeinsamen Zeit, aber auch schon während meiner Ausbildung, habe ich schon viel [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/10-tipps-von-arya-der-blindenfuehrhuendin/">10 Tipps von Arya, der Blindenführhündin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="8063" class="elementor elementor-8063" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Hallo, ich bin Arya. Wie ihr schon in meinem <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/arya/">Steckbrief</a> lesen konntet, bin ich die <a href="https://www.trotz-dem.at/begriffe-lexikon/blindenfuehrhund/">Blindenführhündin</a> von <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/sabine-fiedler/">Sabine Fiedler</a>, die alle liebevoll „das Wiesel“ nennen, weil sie immer so flink unterwegs ist. Seit dem Sommer 2018 bilden wir ein super Team! In der gemeinsamen Zeit, aber auch schon während meiner Ausbildung, habe ich schon viel gelernt, auch im Umgang mit euch ZweibeinerInnen. Weil da immer wieder Missverständnisse auftreten, gebe ich euch hier ein paar einfache Tipps um diese zu vermeiden, damit ich meinen Job gut erledigen kann.</p>								</div>
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 1: Lenk mich nicht ab!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Ich liebe es gestreichelt zu werden und bei Futter sage ich nie nein, so wie jeder andere Hund eben auch! Allerdings habe ich einen wichtigen und verantwortungsvollen Job der viel Konzentration er-fordert. Wenn ich also mein Führgeschirr trage, berühre mich nicht, auch wenn du mir was Gutes tun willst. Wie schon gesagt, liebe ich das Essen und ich kann kaum widerstehen. Das lenkt mich also wirklich ab! Auch wenn du mich anstarrst oder ansprichst wende ich mich gerne dir zu, auch das stört meine Achtsamkeit, also bitte unterlasse es einfach. Ich will meinem Wiesel schließlich den richtigen Weg zeigen und auch irgendwann in meinen wohlverdienten Feierabend starten.					</p>
				
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 2: Fragen, fragen, fragen!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Manche Menschen meinen es gut und wollen uns helfen. Das ist sehr freundlich, aber ich muss auch sagen, dass wir als Führgespann eigentlich sehr selbstständig unterwegs sind. Wenn du aber trotzdem das Gefühl hast, dass wir Hilfe brauchen, dann frag bitte das Wiesel, bevor du an meinem Führgeschirr oder meiner Leine ziehst. Ich bin es gewohnt auf die Befehle von meinem Frauchen zu achten und es verunsichert uns beide wenn sich da jemand einmischt.					</p>
				
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 3: Verkehrsmittel und Ampeln ansagen!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						In meiner Ausbildung habe ich wirklich vieles gelernt. Meine Augen sehen aber leider nicht die gleichen Farben wie ihr und das was ihr „lesen“ nennt kann ich auch nicht. Deshalb gibt es ein paar Situationen wo ich dem Wiesel leider nicht so gut helfen kann. Manchmal höre ich wie jemand sagt „Es ist jetzt grün“ und dann gehen wir erst los, bei dem Wort „rot“ warten wir immer noch eine Wei-le. Bei Haltestellen wo viele Verkehrsmittel fahren, sogenannte „Doppelhaltestellen, hilft es dem Wiesel scheinbar, wenn sie Hinweise auf die Zahlen bekommt die da drauf stehen. Und wenn ir-gendeine Abweichung oder Verspätung vorkommt, dann hilft uns die Anzeigetafel leider auch nicht.					</p>
				
			</div>
			
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 4: Denke nach bevor du parkst!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Parken ist für euch anscheinend ein großes Thema. Deshalb steht dann oft ein Auto oder LKW auf einem Platz der nicht dafür gedacht ist, wie dem Gehsteig oder der Einmündung in eine Kreuzung. Zugeparkte oder mit Fahrzeugen verstellte Gehwege zwingen mich aber auf die Straße auszuwei-chen.. Und wie alle schon als Kind lernen: Die Straße ist ein gefährliches Pflaster. Es wäre also wirklich nett, wenn du dein Auto so abstellst, dass wir auf jeden Fall zu zweit vorbei kommen!					</p>
				
			</div>
			
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 5: Wir dürfen immer zu zweit bleiben!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Ganz oft wollen die Leute dass mich das Wiesel vor einem (Lebensmittel-)Geschäft anbindet. Dann diskutieren sie mit dem Wiesel und das nimmt uns immer sehr viel Zeit weg, die wir anders besser nutzen könnten, zum Beispiel mit Spielen im Garten oder Dogdancing. Lasst mich hier eins ein für alle mal klarstellen: Das Gesetz ist auf meiner Seite – ich darf überall rein wo das Wiesel auch rein darf! Oder legst du deine Augen vor dem Geschäft ab?					</p>
				
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 6: Bitte keine Knallkörper!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Böller, Kracher und Feuerwerke, vor allem in meiner Nähe abgefeuert, machen einen argen Knall, den meine sehr gut hörenden Ohren gar nicht aushalten. Der Schreck lässt mich dann ganz auf meine Arbeit vergessen. Abgesehen davon ist es bei KollegInnen von mir auch schon vorgekommen, dass sie nach der Begegnung mit diesen Dingern gar nicht mehr arbeiten konnten oder sogar (schwer) verletzt wurden. Achtet also bitte auf eure Umgebung und steckt die Dinger wieder ein, wenn ich oder ein anderer (Assistenz-)Hund in eurer Nähe ist.					</p>
				
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 7: Kein Spielen während der Arbeitszeit!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Ich habe gelernt, dass ich mit voller Konzentration auf das Wiesel unterwegs bin, also interessiert es mich gar nicht zu schnüffeln oder zu spielen. Das habe ich natürlich auch in meiner Ausbildung gelernt! Aber manchmal kommen mir andere Hunde so nahe, beschnüffeln mich oder wollen mit mir spielen, dass mir das die Arbeit schon sehr erschwert, weil ich natürlich sehr gerne spiele – man kann eben nicht perfekt sein. Deshalb tust du uns einen riesigen Gefallen, wenn du deinen Hund an die Leine nimmst und möglichst weit entfernt von mir hältst. Das dient auch meinem Schutz, denn in meinem Führgeschirr kann ich mich nicht so gut verteidigen. In meiner Freizeit darf ich natürlich spielen, aber bitte frag das Wiesel vorher ob das gerade okay ist.					</p>
				
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 8: Auf wen soll ich hören?<br>Gib mir keine Anweisungen!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Das Wiesel und ich sind ein super Team! Wir haben eine klare Abmachung: Sie sagt an und ich helfe ihr. Das heißt ich bin darauf trainiert auf sie zu hören. Nachdem ich aber so gut bin, will ich natür-lich auch zeigen was ich kann. Wenn ich also einen Befehl von einer anderen Person bekomme bin ich meistens sehr verwirrt und weiß nicht was ich machen soll, was dann zu gefährlichen Situatio-nen führen kann. Deshalb ist es mir lieber wenn du dem Wiesel sagst, was du willst. Sie wird es mir schon weiter sagen!					</p>
				
			</div>
			
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 9: Bitte nicht auf die Rolltreppe!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						Eine Treppe anzeigen ist für mich überhaupt kein Problem! Mein Wiesel und ich finden uns also auch in der Vertikalen gut zurecht. Wenn die Treppe allerdings versteckt ist, dann kann sie auch meine feine Hundenase nicht aufspüren, dann braucht das Wiesel vielleicht Hilfe von euch. Zeigt ihr aber bitte keine Rolltreppen, da darf ich nämlich nicht rauf. Ich bin zwar sicher, dass ich das auch kann, aber alle sagen, dass das zu gefährlich ist und sich andere Hunde dabei schon schwer verletzt haben und darauf kann ich dann doch verzichten. Wenn es einen Lift gibt, kann ich damit natürlich schon fahren, also auch den kannst du uns dann zeigen – allerdings mit Richtungsangaben, denn deine Handzeichen können weder das Wiesel noch ich interpretieren.					</p>
				
			</div>
			
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							Tipp 10: Macht uns ein wenig Platz!						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						In euren Öffis ist es oft sehr eng und voll, wir versuchen deshalb diese Art der Fortbewegung zu Zei-ten zu machen, wo nicht so viele Leute unterwegs sind. Oft lässt es sich aber nicht vermeiden und wir müssen in den „Berufsverkehr“. Dann wäre es wirklich nett, wenn du uns beiden, auch in einem vollen Verkehrsmittel ein wenig Platz lässt. Außerdem bitte ich dich wirklich, dich nicht über mich drüber zu stellen, ich setze mich ja auch nicht auf deinen Schoß. Wenn ich mich nämlich bedrängt fühle, dann fällt es mir besonders schwer mich zu konzentrieren, ich verliere meine Sicherheit und das macht dann das Wiesel unsicher und dann verpassen wir vielleicht unsere Station oder Schlimmeres.					</p>
				
			</div>
			
		</div>
						</div>
				</div>
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									<p>Danke für euer Entgegenkommen und Verständnis</p><p>Eure Blindenführhündin Arya</p>								</div>
				</div>
					</div>
		</div>
					</div>
		</section>
				</div>
		<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/10-tipps-von-arya-der-blindenfuehrhuendin/">10 Tipps von Arya, der Blindenführhündin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der behinderte Patient</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/der-behinderte-patient-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jan 2025 13:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit & Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.trotz-dem.at/?p=8987</guid>

					<description><![CDATA[<p>Teil 1 Blinde Menschen haben nicht nur eine Beeinträchtigung, nämlich Blindheit, und werden auch von der Gesellschaft durch Vorurteile und Barrieren im Kopf an der Entfaltung und an der Teilhabe behindert, sondern können manchmal auch zu PatientInnen werden und müssen demzufolge einen stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus absolvieren.&#160; Ich, selbst 30 Jahre lang in einem [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Teil 1</h4>



<p>Blinde Menschen haben nicht nur eine Beeinträchtigung, nämlich Blindheit, und werden auch von der Gesellschaft durch Vorurteile und Barrieren im Kopf an der Entfaltung und an der Teilhabe behindert, sondern können manchmal auch zu PatientInnen werden und müssen demzufolge einen stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus absolvieren.&nbsp;</p>



<p>Ich, selbst 30 Jahre lang in einem Krankenhaus beschäftigt, war, bis auf drei Tage Mitte der 90er Jahre, noch nie stationär aufgenommen worden. Also fieberte ich dem Termin meines Eincheckens entgegen. Ich hatte dann allerdings weniger Zeit dem großen Termin entgegenzufiebern, weil ich aufgrund eines Infektes wirklich fieberte und akut in mein Wunschkrankenhaus eingeliefert wurde.</p>



<p>Dieser Einlieferung, oder besser gesagt dem eigentlich geplanten Termin, ging aber ein Gespräch in besagtem Krankenhaus voran, der zehn Tage zuvor stattfand, wobei ich über die Vorteile und Risiken verschiedenster Narkosen aufgeklärt wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Von einem Fettnäpfchen ins Nächste</strong></h4>



<p>Meine Begleitperson und ich betraten also das Spital, um besagten Termin hinter mich zu bringen und holten uns bei der Aufnahme eine Nummer. Diese, so erzählte mein Assistent, wurden auf einem Display in scheinbar leuchtenden Ziffern angezeigt und sollten zum Eintreten auffordern. Wie das funktioniert hätte, wäre ich alleine dort hingefahren, ist mir bis heute ein Rätsel denn das Geld für akustische Durchsagen fehlte scheinbar. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es für blinde Menschen sehr schwer ist Persönliche Assistenz zu bekommen…&nbsp;</p>



<p>Wir hatten uns endlich zu unserer Ansprechperson durchgekämpft – so glaubte ich zumindest – denn wir betraten einen kleineren Raum. Unschlüssig was jetzt zu passieren hat, stand ich einfach da und kannte mich null aus. Dann kam die Aufforderung meiner Begleitperson: „Du kannst reden, die Dame schaut dich an.</p>



<p>Nah super! Und woher genau soll ich – unterwegs mit Blindenstock, eindeutig aufgebrachten Blinden-Symbol und Assistenz, das wissen? Dachte diese Person, dass ich ihre Blicke spüren kann???</p>



<p>Nach dem üblichen einseitigen Austausch der Versicherungskarte beantwortete ich die Fragen der Dame und hielt die Hand hin, um die Versicherungskarte wieder entgegen zu nehmen. Aber diese wurde wohl meiner Begleitperson gereicht, denn meine Hand blieb ausgestreckt und wartete vergeblich.</p>



<p>Nah super! Der nächste Moment in dem ich mir richtig blöd vorkam.</p>



<p>Die nächste Herausforderung folgte sogleich: Mit Händen und Füßen, zumindest erahnte ich so etwas denn jegliche Navigation die ich mir aus „dorthin“ und „da links“ zusammenreimen konnte reichte nicht um bei der Navigation durch die unendlichen Weiten des Krankenhauses nicht behilflich sein.&nbsp;</p>



<p>Nah super! Reden ist Gold und Schweigen ein Sch…</p>



<p>Endlich bei der für mich bestimmten Ambulanz angekommen wurde ich gebeten doch einmal Platz zu nehmen, wo, das durfte ich selbst herausfinden. Wieder einmal fragte ich mich, was Leute ohne Begleitperson machen… Die hatte aber jetzt selbst einen Termin und versprach mich in zwei Stunden wieder abzuholen. Wir waren beide der Hoffnung, dass ich dann fertig sein würde.</p>



<p>Nach 90 Minuten des Wartes kam endlich jemand und rief meinen Namen auf. Die Person forderte mich akustisch auf „mit zu kommen“.</p>



<p>Nah super! Wo lang?&nbsp;</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Es geht ja doch…</strong></h4>



<p>Entgegen meiner Erwartungen wurde ich gefragt, ob ich mich unterhaken wolle und so gingen wir in trautem Gespräch – nur unterbrochen von den Hinweisen meiner Begleitung auf Hindernisse – in den Ambulanzbereich.</p>



<p>Hervorragend! So soll es sein.</p>



<p>Dort angekommen legte meine Begleitung meine Hand auf die Liege und zeigte mir auch in welche Richtung mein edles Haupt liegen soll.</p>



<p>Hervorragend!&nbsp;&nbsp;So soll es sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>…oder doch nicht?</strong></h4>



<p>Dann fiel auf der Liege eine Krankenschwester – jedenfalls glaubte ich, dass es eine Schwester war, denn diejenige Person hat sich mir nicht vorgestellt – über mich her und begann an meinem rechten, also an dem ihr am nächsten befindlichen, Arm zu zerren.</p>



<p>Nah super! Wer sind Sie?</p>



<p>Nah super! Was tun Sie da?&nbsp;</p>



<p>Dann habe ich es kapiert, mein Blutdruck wurde gemessen. Ist ja schließlich wichtig. Die Person war aber offensichtlich sprachlos ob meiner strahlenden Schönheit oder vielleicht auch meiner Blutdruck-Werte, denn eine Antwort auf meine interessierte Nachfrage über die Ergebnisse der Messung habe ich bis heute nicht bekommen. Vielleicht hat sie ihre Antwort ja auch gebärdet???</p>



<p>Nah Super! Reden. Reden. Bitte!</p>



<p>Fortsetzung folgt…</p>
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		<title>Der behinderte Patient – Teil 2</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/der-behinderte-patient-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jan 2025 13:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit & Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Und weiter geht’s mit Haralds Krankenhaus-Geschichten… Nachdem nun die vermeintliche Krankenschwester (oder wer auch immer…?) von mir abgelassen hat stellt sich mir nun doch die diensthabende Stationsärztin vor, ihren Namen konnte ich allerdings nicht verstehen, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Hervorragend! Man will ja wissen mit wem man es zu tun hat. [&#8230;]</p>
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<p>Und weiter geht’s mit <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/harald-fiedler/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Haralds (öffnet in neuem Tab)">Haralds</a> Krankenhaus-Geschichten…</p>



<p>Nachdem nun die vermeintliche Krankenschwester (oder wer auch immer…?) von mir abgelassen hat stellt sich mir nun doch die diensthabende Stationsärztin vor, ihren Namen konnte ich allerdings nicht verstehen, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.</p>



<p>Hervorragend! Man will ja wissen mit wem man es zu tun hat.</p>



<p>Sie sagte, dass wir jetzt den Fragebogen durchgehen würden und dann werde ich in mein Zimmer gebracht. Gesagt, getan. Diejenige, die mich in mein Zimmer gebracht hat, hat sehr viel richtig gemacht. Sie bot mir einleitend an, ob ich mich bei ihr einhaken wolle. „Als ob sie schon mal einen Sensibilisierungsworkshop bei uns besucht hätte.“, denke ich mir zufrieden.</p>



<p>Hervorragend! Das ist die richtige Methode.</p>



<p>Auf dem Weg ins Zimmer sagte sie mir immer in welche Richtung wir gehen würden und dort angekommen sagte sie sogar in welche Richtung die Tür aufgeht.</p>



<p>Hervorragend! Man will ja die Tür nicht im Gesicht haben.</p>



<p>Im Zimmer angekommen gestand sie mir entschuldigend, dass sie nicht genau wisse, wie sie mir den Raum nun genau beschreiben sollte. Für Entschuldigungen gab es aber aus meiner Sicht überhaupt keinen Anlass und so erforschte ich, ausgehend von der Tür, systematisch den Raum und sie verbalisierte die Gegenstände die ich jeweils ertastete.</p>



<p>Hervorragend! Da ist man ja fast gerne krank bei soviel Fürsorge.</p>



<p>Dann besuchten wir noch die Nasszelle, bei Normalsterblichen auch Badezimmer/Toilette genannt, um uns dort umzuschauen. Ich habe ja immer die Panik in Behindertentoiletten den Alarmknopf versehentlich zu drücken. Ich muss gestehen im Großen und Ganzen fände ich es sehr unangenehm, aber ich bin auch eigentlich neugierig wer da eigentlich kommt. Auch in der Dusche gab es ein Schnürchen, das bei einem Notfall gezogen werden kann. Mein Orientierungsengel hat mir auch hier geduldig jeden Alarmknopf und jede Einrichtung gezeigt.</p>



<p>Hervorragend! Man will ja wissen wo man nicht herumfummeln darf.</p>



<p>Wieder zurück bei meinem Bett erklärte sie mir auch noch ausführlich das Handgerät, welches zum Rufen des Personals aber auch als Fernbedienung für TV und Radio gedacht ist, erklärt hat (zum Glück gibt es hier noch keine Touch-Screens!), zeigte sie mir noch die Fernbedienung zum Verstellen des Bettes, inklusive kleiner Testfahrt, ging sie und versprach dass ich um etwa 18 Uhr mein Essen bekommen würde.</p>



<p>Hervorragend! Das (vorübergehende) Einzel-Zimmer im Griff, wenn es so weitergeht fühle ich mich noch richtig wohl.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Haben die unsere Workshops schon besucht???</strong></h4>



<p>Gefühlte Stunden später, ich beschäftigte mich gerade mit meinem Handy, klopfte es und das Öffnen der Tür wurde von einem „Grüß Gott, ich bin die Schwester Maria und ich bringe das Abendessen“ begleitet.</p>



<p>Hervorragend! Inklusive Namensnennung eintreten und sagen was Sache ist.</p>



<p>Das Essen wurde mit der Frage „Soll ich Ihnen das Essen beschreiben?“ auf den Tisch gestellt. Mit dem Uhr-System – auf 12 Uhr liegt dieses, auf 6 Uhr jenes – wurde mir zuerst der ganze Teller erklärt und anschließend das Inventar des Tablettes samt Position des Trinkbechers wurde von ihr beschrieben.</p>



<p>Hervorragend! Man will ja wissen was man isst und nicht versuchen mit einer Gabel die Suppe zu löffeln.&nbsp;</p>



<p>„Seltsam,“ denke ich mir noch, „an die Schwestern dieser Station kann ich mich in unseren speziell für medizinisches Personal ausgerichteten Sensibilisierungsworkshops, gar nicht erinnern, aber wir waren wohl schon hier und sie haben wohl aufgepasst und die Dinge eins zu eins umgesetzt. Die meisten zumindest.“</p>



<p>Hervorragend! Reden bringt also was, jetzt kann ich meiner morgigen Operation beruhigt entgegen schlafen.</p>



<p>Fortsetzung folgt…</p>
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		<title>Der behinderte Patient – Teil 3</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/der-behinderte-patient-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jan 2025 13:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit & Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Und weiter geht’s mit Haralds Krankenhaus-Geschichten… Über die Einzelheiten meiner Behandlung und der nicht sehr aufregenden OP werde ich gnädig den Mantel des Schweigens hüllen. Da ich zwar mittels Kreuzstiches währen der OP schmerzfrei gemacht wurde sind mir Einzelheiten erinnerlich, die aber des Berichtens nicht wert sind. Was des Niederschreibens doch wert ist, sind einige [&#8230;]</p>
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<p>Und weiter geht’s mit <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Haralds (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/harald-fiedler/" target="_blank">Haralds</a> Krankenhaus-Geschichten…</p>



<p>Über die Einzelheiten meiner Behandlung und der nicht sehr aufregenden OP werde ich gnädig den Mantel des Schweigens hüllen. Da ich zwar mittels Kreuzstiches währen der OP schmerzfrei gemacht wurde sind mir Einzelheiten erinnerlich, die aber des Berichtens nicht wert sind.</p>



<p>Was des Niederschreibens doch wert ist, sind einige „Highlights“ aus meiner neuesten Krankenhauserfahrung:</p>



<p>Nun ist mir auch klar, warum ein Patient „Patient“ heißt. Rein zufällig bedeutet dieses Wort im Englischen „Geduld“. Und ja, man muss viel Geduld haben. Wie viele Stunden ich in der Zeit meines Krankenhausaufenthaltes gewartet habe – entweder auf einem Stuhl sitzend oder auf einem Gang im Bett liegend – lässt sich im Nachhinein nicht mehr zur Gänze rekonstruieren. Der Gedanke ich wurde vergessen ist jedenfalls mehr als einmal aufgekommen. Wobei ich meine letzte Hoffnung dabei auf die Reinigungskräfte gesetzt habe. Die müssen schließlich irgendwann alle Winkel und Ecken eines jeden Krankenhauses reinigen.</p>



<p>Nah super! Hin und wieder könnte man doch zumindest vorbeikommen und über die in etwa verbleibende Wartezeit informieren. Egal ob behindert oder nicht!</p>



<p>Zu Beginn etwas verstörend jedoch im Laufe der Zeit bekommt man in allem Routine: Menschen kommen ins Zimmer, schweigen (vielleicht nicken sie mir auch grüßend zu, aber wer weiß das schon…?), räumen irgendetwas herum und gehen dann wieder. Lediglich die ÄrztInnen waren durch den Rattenschwanz an anderen Personen, die sie im Gefolge hatten, leicht zu erkennen. Zum Glück, denn damit wusste ich: Jetzt kann ich meine alltägliche Frage stellen: „Wann komme ich hier raus?“. Manche haben dabei auf mich reagiert wie auf meinen nicht blinden Nachbarn auch und die Frage(n) nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Andere Ärzte und Ärztinnen sind mir dabei, und auch bei den diversen Untersuchungen, aber leider besonders unangenehm in Erinnerung.&nbsp;</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Körperkontakt schön und gut. Aber…</strong></h4>



<p>Diejenigen die sich unangenehm in mein Gedächtnis gebrannt haben, hatten die Angewohnheit mir über die Schulter oder noch schlimmer den Kopf zu streicheln. Nicht weil es für eine Untersuchung notwendig gewesen wäre oder sie versucht hätten mir etwas Wichtiges für mein inneres Auge zu erklären. Sondern weil sie wohl die eigene Unsicherheit überspielen oder kaschieren wollten. Körperlicher Kontakt sollte nicht unangenehm sein, gerade in einem Krankenhaus gehört dieser ja schließlich auch dazu – wie sonst sollten Untersuchungen stattfinden? Aber wenn diese Streicheleien eher an Trostversuche, die man einem Kleinkind angedeihen lässt, fühlt man sich nicht besonders ernst genommen.</p>



<p>Nah super! Ich habe meinen Erwachsenenstatus länger als einige dieser MedizinerInnen und genauso will ich auch behandelt werden.</p>



<p>In allen Krankenzimmern erwartet die PatientInnen eine Informationsmappe, die Wissenswertes über das Krankenhaus und die täglichen Routinen enthält. Unter Anderem enthält sie auch das Passwort für das W-LAN, welches zur Schonung der Kosten beim Mobilfunkanbieter doch recht nützlich ist. Auch der Zimmersafe wird darin erklärt. Denn manche Gegenstände will man doch lieber sicher verwahrt wissen, während man stundenlang auf irgendeinem Gang seine Zeit fristet. Ihr habt jetzt gedacht, dass die Mappe in Braille gedruckt ist oder digital zur Verfügung steht? Fehlanzeige!</p>



<p>Nah super! Wie funktioniert dieser Safe, wie ist das Passwort? Muss ich jetzt echt meinen Zimmernachbarn fragen?</p>



<p><strong>Zum Thema „Barrierefreiheit in Krankenhäusern muss ich jetzt noch einige Worte verlieren und ich hoffe, dass sie auf offene Ohren stoßen:</strong></p>



<p>Viele Kliniken sind über eine Drehtür zu betreten, einige wenige haben noch elektrische Schiebetüren. Neben den Drehtüren gibt es dann zwar wenigstens „Behinderteneingänge“, die Leitstreifen für blinde und sehbehinderte Menschen aber führen zur Drehtür. Damit das ein für alle Mal gesagt ist: Drehtüren sind nicht barrierefrei – weder im Rollstuhl noch als blinde Person. Selbst langsamere Menschen haben damit ihre Schwierigkeiten und für Kinder sind sie auch nicht ideal. Außerdem sollten Betreiber, Erbauer und Finanziers auch begreifen, dass ein separater Eingang für Menschen mit Behinderung dem Grundsatz der Inklusion widerspricht.</p>



<p>Hat man es also doch durch die Tür geschafft ohne mit dem Blindenstock hängen zu bleiben oder auf der falschen Seite auszusteigen, führt ein Leitstreifen zum Portier und… endet dort. Dies geschieht mit dem Argument, dass man vom Portier abgeholt und auf die gewünschte Station gebracht wird. Einerseits widerspricht das dem Grundsatz, dass auch behinderte Menschen das Recht haben sich selbständig und ohne fremde Hilfe fortzubewegen. Andererseits haben Portiere, gerade in großen Krankenhäusern auch andere Aufgaben als Concierge zu spielen, was für die abzuliefernden PatientInnen zu langen Wartezeiten führen und generell unangenehm sein kann.&nbsp;</p>



<p>Da aber, so mein nächster Kritikpunkt, sowieso taktile Übersichtspläne fehlen, würde man als blinde Person sowieso nicht weit kommen… Eine Lösung für blinde Menschen bei diesem Problem sind Blindenführhunde. Jedoch ist vielen Krankenhausbediensteten die Tatsache verborgen geblieben, dass Assistenzhunde, zu denen auch Blindenführhunde, Servicehunde, Signalhunde, Epilepsiehunde und Diabeteshunde gehören grundsätzlich ohne Wenn und Aber überall im Krankenhaus Zutritt haben. Außer natürlich in sterilen Bereichen, aber dort haben allgemein die Wenigsten Zutritt. Hunde sind auch nicht schmutziger als Menschen und für ein Krankenhaus, welches die üblichen Hygienevorschriften befolgt, sollte dies kein Problem darstellen.</p>
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		<title>Gedanken zur Hygieneverordnung</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/gedanken-zur-hygieneverordnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jules]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2020 15:01:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach ausgiebiger Lektüre des Hygienehandbuches, welches Empfehlungen für elementare Bildungseinrichtungen und Schulen in Österreich enthält, bin ich klüger. Nachdem ich mir dieses Werk doch einige Male reinziehen musste, um es zu verstehen – und obwohl ich ein „Mensch mit besonderen Bedürfnissen“ bin – habe ich es verstanden, entgegen der offensichtlichen Annahme dieser Empfehlung. Ich kann [&#8230;]</p>
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									<p>Nach ausgiebiger Lektüre des Hygienehandbuches, welches Empfehlungen für elementare Bildungseinrichtungen und Schulen in Österreich enthält, bin ich klüger. Nachdem ich mir dieses Werk doch einige Male reinziehen musste, um es zu verstehen – und obwohl ich ein „Mensch mit besonderen Bedürfnissen“ bin – habe ich es verstanden, entgegen der offensichtlichen Annahme dieser Empfehlung. Ich kann es zwar noch nicht auswendig, bin aber knapp davor.</p><p>Ich bin zwar blind, sehe aber hinter jeder Zeile den erhobenen Zeigefinger der beteiligten Ministerien. Es lässt die Vermutung zu, dass die VerfasserInnen wenig Glauben an die Eigenverantwortung des jeweiligen Schulpersonals aufbringen können.</p><p>Wir würden aber nicht im „bevorschrifteten Lockdown-Österreich“ sein, um an derartige Auswüchse ministerialen Größenwahns gewohnt zu sein. Man gewöhnt sich an alles und alsbald wird das Ungewohnte, vormals unerhörte, zum Selbstverständlichen.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Inklusion lässt grüßen, von weit weit weg…</h2>				</div>
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									<p>Dieses Hygienehandbuch ist wahrscheinlich in aller Eile ausformuliert worden und bedenkt alle Eventualitäten. Die oft herbeibeschworene, manchmal nur durch Lippenbekentnisse existierende Inklusion und die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung wird in diesem Handbuch sehr unzulänglich umgesetzt.</p><p>Und bevor jetzt die Aufmerksamkeit aller absinkt will ich zu meinen Kernbotschaften kommen:</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Menschen mit „besonderen Bedürfnissen“</h2>				</div>
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									<p>Wir leben im Jahr 2020. Im Jahr zwölf <strong>(12!!!)</strong> nach der Unterzeichnung Österreichs der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Wann kommt es in allen Köpfen an – auch wenn man über die Behinderten-Terminologie bestimmt trefflich streiten kann – dass Menschen mit einer Behinderung keine „besonderen Bedürfnisse“ haben. Welche besonderen Bedürfnisse sollten das denn sein? Ich muss essen, schlafen, auf die Toilette, will mich beruflich verwirklichen und möchte meine Freizeit so gestalten, wie ich das eben möchte. Alle Menschen ohne Behinderung, die diese Bedürfnisse nicht haben, heben nun bitte die Hand…</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">An Formulierungen kann man arbeiten</h2>				</div>
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				"Die in dem Handbuch definierten Hygienemaßnahmen in elementarpädagogischen Einrichtungen und Schulen basieren auf der Voraussetzung, dass diese von jenen Personen, die sie einhalten sollen, verstanden werden. Bei Kindern im Alter bis zu sechs Jahren, oder auch bei Kindern/Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen oder individuellen Schwierigkeiten kann nicht davon ausgegangen werden, dass all diese Maßnahmen umgesetzt werden können bzw. wird dies natürlich auch nicht von den zuständigen Pädagoginnen und Pädagogen verlangt."			</p>
							<div class="e-q-footer">
											<cite class="elementor-blockquote__author">Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Hygienehandbuch zu COVID-19</cite>
														</div>
					</blockquote>
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									<p>Es ist doch eine arge Verallgemeinerung, dass alle Menschen mit besonderen Bedürfnissen das Ziel dieser Maßnahmen nicht nachvollziehen können.</p>								</div>
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							<blockquote class="elementor-blockquote">
			<p class="elementor-blockquote__content">
				„Weiters sollte insbesondere bei Kindern im Alter bis zu sechs Jahren und bei Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen/Schwierigkeiten aus fachlicher Perspektive reflektiert werden, wie sich das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes des pädagogischen Personals auf das Verhalten und die Entwicklung der Kinder/Jugendlichen auswirkt.“			</p>
							<div class="e-q-footer">
											<cite class="elementor-blockquote__author">Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Hygienehandbuch zu COVID-19</cite>
														</div>
					</blockquote>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Immerhin: „Singen sollte unterlassen und Schreien vermieden werden.“</h2>				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>„Auf Atemhygiene achten!“ Zum Glück, atmen dürfen wir alle dann doch noch. Aber nur unter den vorgeschriebenen Bedingungen. Dass das auch klar ist! Und diese ewige Singerei und Schreierei an Österreichs Schulen führte immerhin schon zu internationalen Verwicklungen und hätte fast den 3. Weltkrieg ausgelöst. Aber jetzt ist Schluss damit! (Achtung: Sarkasmus)</p>								</div>
				</div>
					</div>
		</div>
					</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/gedanken-zur-hygieneverordnung/">Gedanken zur Hygieneverordnung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
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		<title>8.4.2020 Aryas Tagebuch: Alle tragen Maulkorb</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/8-4-2020-aryas-tagebuch-alle-tragen-maulkorb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jules]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 10:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8230;nur ich nicht&#8230; Es wird immer seltsamer. Jacky und ich können uns nur wundern. Nun tragen alle einen weißen Maulkorb, nur wir müssen keinen tragen. Also genau genommen muss ich als gut ausgebildete Assistenzhündin so ein Unding zum Glück niemals tragen. Aber meine Hundefreunde und -freundinnen habe ich schon das eine oder andere Mal mit [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">&#8230;nur ich nicht&#8230;</h4>



<p>Es wird immer seltsamer. <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Jacky (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/jacky/" target="_blank">Jacky</a> und ich können uns nur wundern. Nun tragen alle einen weißen Maulkorb, nur wir müssen keinen tragen. Also genau genommen muss ich als gut ausgebildete Assistenzhündin so ein Unding zum Glück niemals tragen. Aber meine Hundefreunde und -freundinnen habe ich schon das eine oder andere Mal mit der Maulsperre aus den Öffis steigen sehen. Die sollen ja unglaublich unbequem sein. Und jetzt tragen die ZweibeinerInnen plötzlich auch so ein Ding? Ich sage euch, dass sieht wirklich komisch aus. Bei den Gesichtern, die die Leute dabei machen – wenn man was erkennt hinter diesen Maulkörben – ist mir aber klar, dass es sich dabei nicht um eine lustige Verkleidung handeln kann. Wie ich euch ja schon in meinem <a rel="noreferrer noopener" aria-label="letzten Tagebucheintrag (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/31-03-2020-aryas-tagebuch-es-liegt-was-in-der-luft/" target="_blank">letzten Tagebucheintrag</a> erzählt habe, liegt was in der Luft und es riecht nach Desinfektionsmittel.&nbsp;</p>



<h4 class="wp-block-heading">Handschuhe im Frühling???</h4>



<p>Neben den Maulkörben für Menschen habe ich auch schon viele Leute gesehen, die jetzt wo der Frühling endlich kommt, plötzlich wieder Handschuhe anziehen. Auch das <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/sabine-fiedler/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Wiesel (öffnet in neuem Tab)">Wiesel</a> hat beim Einkauf welche an, die sie dann nach dem Einkauf in den Mistkübel wirft. Ich hoffe ja nur dass alle die diese Dinger tragen so klug sind und die da reinwerfen. Bei unseren kurzen Spaziergängen ist meiner feinen Hundenase ja schon das eine oder andere unter die Nase geraten und glaubt mir, mein Appetit ist unendlich. So kann es schon mal passieren, dass ich was in meinen feinen Mund bekomme, wo das Wiesel dann schimpft (wenn sie es bemerkt) und ich glaube diese Handschuhe gehören da dazu… 😉</p>



<p>Mein Leben ist ja grundsätzlich um einiges leichter geworden (Leute weichen uns aus, es ist viel ruhiger, wodurch ich mich besser orientieren kann, usw.), das Wiesel allerdings wirkt schon immer unruhiger und angespannter. Ich meine, ich kann das ja verstehen. Mir fehlen unsere ausgedehnten Spaziergänge auch, aber mit unserem Garten kommen wir doch ganz gut zurecht. Das wird ja wohl nicht ewig so weitergehen, oder…?</p>



<p>Wollen wir’s hoffen…</p>



<p>Eure <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/arya/">Arya</a></p>
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		<item>
		<title>Blindtest der App „Stopp Corona“</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/blindtest-der-app-stopp-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jules]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2020 11:57:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da auch ich aktiv gegen die Ausbreitung von COVID-19 angehen will, habe ich mir die – in kürzester Zeit programmierte – App „Stopp Corona“ einmal genauer angeschaut und auf ihre Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen hin überprüft. Da ich der glückliche Besitzer des iPhone X bin, habe ich den App-Store bemüht und dort nach [&#8230;]</p>
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									<p>Da auch ich aktiv gegen die Ausbreitung von COVID-19 angehen will, habe ich mir die – in kürzester Zeit programmierte – App „Stopp Corona“ einmal genauer angeschaut und auf ihre Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen hin überprüft.</p>
<p>Da ich der glückliche Besitzer des iPhone X bin, habe ich den App-Store bemüht und dort nach „Stopp Corona“ gesucht, die mir auch sofort mit diesen Stichworten angezeigt wurde.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Zustimmungen über Zustimmungen</h2>				</div>
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									<p>Geladen, geöffnet und schon ging es los mit dem üblichen Abfrage-Ritual: Ob ich die Datenschutzbestimmungen akzeptiere? Naja, bleibt mir wohl nicht viel über, wenn ich die App nutzen möchte, oder? Ob die App mir Nachrichten senden darf? Natürlich, das ist ja wohl der Sinn und Zweck der ganzen Angelegenheit. Nachdem ich zuvor bereits von ein paar mir, dem ORF (und Facebook…) vertrauten Datenschutz-ExpertInnen – Ingrid Brodnig und Max Schrems – gehört und gelesen hatte, dass selbst diese VerfechterInnen der Privatssphäre diese App für Gut befinden und sie (derzeit) auch als notwendig einstufen, habe ich beschlossen auf diese zu vertrauen und meine Zustimmung zu ersteilen.</p>
<p>Bei der Frage, ob die App auf mein Bluetooth und mein Mikrophon zugreifen darf, wollte ich das aus Reflex ablehnen. Man will ja nicht abgehört werden… Nach der Ablehnung erfuhr ich allerdings, dass diese Zustimmung notwendig ist um räumliche Distanzen zwischen potenziellen „HandshakepartnerInnen“ zu ermitteln, indem das Mikrofon für den Menschen nicht hörbare Ultraschalltöne aussendet, welches von anderen Geräten mit dieser App „gehört“ und damit registriert wird. Die Bluetooth-Funktion des Gerätes führt kein Pairing mit anderen Geräten durch, was ich mir bei Bluetooth-Freigaben erwartet habe, sondern listet ausschließlich die Geräte in der Nähe auf. Dies muss geschehen damit ich später verständigt werden kann, wenn einer der Kontakte erkrankt.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Gut programmierter Schnellschuss</h2>				</div>
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									<p>All dies wurde mir durch die Sprachausgabe (Voice Over) meines Smartphones vorgelesen. Auch alle relevanten Steuerelemente sind richtig programmiert und beschriftet, wodurch die Bedienung für mich ohne Probleme machbar ist. Man möchte meinen das wäre der Standard, ich kann das aber berichtigen: Selbst jahrelang geplante Apps und Programme fehlt es oft an diesen doch hilfreichen Elementen. Glaubt mir, es gibt etliche Anwendungen, die an sich sehr nützlich, aber für blinde und sehbehinderte Menschen kaum bis gar nicht (allein) nutzbar sind.</p>
<p>Umso begeisterter bin ich über diese „Schnellschuss-App“, denn meine Erwartungen waren, ob der Geschwindigkeit, eher gering. Bisher ist mir aber noch nichts aufgefallen, was mir Probleme bereitet hätte und ich hoffe das gilt auch für Menschen mit anderen Behinderungen. Denn es ist naheliegend – da viele Menschen ein inniges Verhältnis zu ihrem Smartphone haben – diese digitalen Daten gegen Corona darüber zu erfassen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass möglichst viele diese App auf ihrem Handy installiert haben. Dies bedingt natürlich auch einen anderen Umgang miteinander.</p>
<p>Ich sehe mich schon in Zukunft mit Mund-Nasenschutz bei einer Besprechung sitzen und statt dem üblichen den „Digitalen Handshake“ (so heißt die Funktion in der App) auszuteilen. Davon sind wir leider noch weit entfernt, aber alles, was hilft diese Situation zu beenden und bald wieder bei möglichen Meetings sitzen zu können, sollte gemacht werden.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">FAQs &amp; Download Links</h2>				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Das rote Kreuz, welches diese App herausgebracht hat, beantwortet viele konkreten Fragen auf ihrer Webseite. Dazu folgt einfach diesem Link: <a href="https://www.roteskreuz.at/site/faq-app-stopp-corona/" target="_blank" rel="noopener">www.roteskreuz.at/faq-app-stopp-corona</a></p>
<p>Und hier kannst du dir die App direkt herunterladen:</p>
<ul>
<li><a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=at.roteskreuz.stopcorona" target="_blank" rel="noopener"><span lang="EN-US">Google Play Store</span></a></li>
<li><a href="https://apps.apple.com/at/app/apple-store/id1503717224" target="_blank" rel="noopener">Apple Store</a></li>
</ul>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/blindtest-der-app-stopp-corona/">Blindtest der App „Stopp Corona“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>31.03.2020 Aryas Tagebuch: Es liegt was in der Luft…</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/31-03-2020-aryas-tagebuch-es-liegt-was-in-der-luft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jules]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 09:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>…und obwohl mich meine gute Hundenase sonst nie im Stich lässt: Ich kann es nicht riechen. Seit zwei Wochen allerdings ist alles irgendwie anders.&#160; Das erste Zeichen: Wenn Jacky und ich mit unseren ZweibeinerInnen Wiesel und Harald unterwegs sind, treffen wir fast keine anderen Leute, und wenn schon, dann beachten die uns gar nicht. Den [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/31-03-2020-aryas-tagebuch-es-liegt-was-in-der-luft/">31.03.2020 Aryas Tagebuch: Es liegt was in der Luft…</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>…und obwohl mich meine gute Hundenase sonst nie im Stich lässt: Ich kann es nicht riechen. Seit zwei Wochen allerdings ist alles irgendwie anders.&nbsp;</p>



<p>Das erste Zeichen: Wenn <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Jacky (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/jacky/" target="_blank">Jacky</a> und ich mit unseren ZweibeinerInnen <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Wiesel (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/sabine-fiedler/" target="_blank">Wiesel</a> und <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/harald-fiedler/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Harald (öffnet in neuem Tab)">Harald</a> unterwegs sind, treffen wir fast keine anderen Leute, und wenn schon, dann beachten die uns gar nicht. Den Schlumpf trifft das besonders hart, denn normalerweise löst er ganz spezielle Begeisterungsschreie aus und genießt diese Aufmerksamkeit ungemein!&nbsp;</p>



<p>Mein zweiter Hinweis, das irgendetwas nicht ganz stimmt: Der Harald ist dauernd zu Hause und sitzt vor seinem Computer! Eigentlich sehen wir ihn nicht so häufig, weil er bei Workshops ist oder im Dialog im Dunkeln aushilft. Mich stört es ja eigentlich nicht besonders, denn Herrchen hat jetzt extra viel Zeit um mit uns zu spielen. 🙂</p>



<p>Und zu guter Letzt fällt mir besonders auf, dass mein Job plötzlich etwas einfacher geworden ist. Denn die Leute achten jetzt darauf, wenn das Wiesel und ich kommen und weichen UNS aus. Sonst war das ja immer mein Job, aber mir soll’s recht sein. Die besorgten Gesichter und die kürzer werdenden Spaziergänge sagen mir aber doch, dass da was nicht mit rechten Dingen zugeht, so fein die Veränderungen für mich mehrheitlich sind.</p>



<p>Das Wort „Corona“ habe ich jetzt schon öfter gehört, aber in der Blindenführhundeschule haben wir das nicht durchgenommen… Es riecht nach Desinfektionsmittel und immer mehr Menschen tragen was Weißes vor Mund und Nase. Jacky und ich zerbrechen uns den Kopf, was das wohl zu bedeuten hat, sind aber noch nicht schlauer geworden. Ich hoffe es ist nichts zu fressen, denn so wie die Leute aussehen, wenn sie über „Corona“ reden, kann das nicht besonders lecker sein.</p>



<p>Wir halten unsere Nasen in die Luft, schnüffeln weiter und halten euch auf dem Laufenden!</p>



<p>Eure <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/arya/">Arya</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/31-03-2020-aryas-tagebuch-es-liegt-was-in-der-luft/">31.03.2020 Aryas Tagebuch: Es liegt was in der Luft…</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Blind im Gasthaus – Teil 1</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/blind-im-gasthaus-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jules]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2019 16:13:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.trotz-dem.at/?p=9033</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nachdem ich meinen diversen Krankenhausaufenthalten glücklich und vor allem lebend entronnen, wieder gesellschaftsfähig und tageslichttauglich bin, werde ich mein wiedergewonnenes Leben mit einem Besuch in unserem Lieblingsgasthaus feierlich begehen. An meiner Seite ist jene Frau, die den harten Job auf sich genommen hat, mich zu heiraten. Und auf meinem Rücken, unser Malteser Jacky, der mich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/blind-im-gasthaus-teil-1/">Blind im Gasthaus – Teil 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nachdem ich meinen diversen <a href="https://www.trotz-dem.at/der-behinderte-patient/">Krankenhausaufenthalten</a> glücklich und vor allem lebend entronnen, wieder gesellschaftsfähig und tageslichttauglich bin, werde ich mein wiedergewonnenes Leben mit einem Besuch in unserem Lieblingsgasthaus feierlich begehen. An meiner Seite ist jene <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Frau (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/sabine-fiedler/" target="_blank">Frau</a>, die den harten Job auf sich genommen hat, mich zu heiraten. Und auf meinem Rücken, unser Malteser <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Jacky (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/jacky/" target="_blank">Jacky</a>, der mich ertragen muss und den ich deswegen tragen darf. Geführt werden wir beide, also das Wiesel und ich, von unserer großen Blindenführhündin <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/arya/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Arya (öffnet in neuem Tab)">Arya</a>, die mir auch hin und wieder gestattet, mich bei Frauchen festzuhalten und mich nicht am nächsten Laternenpfahl abstreift.</p>



<p>Da ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass viele Kriege nur deswegen geführt wurden, weil die Heerführer Hunger hatten und deswegen zu erhöhter und irrationaler Aggression neigten, empfahl ich meiner Frau – um unserer zukünftigen Beziehung Willen – einen Zahn zuzulegen, denn mir knurrte schon ordentlich der Magen. Ich hörte noch einige Male das <a href="https://www.trotz-dem.at/begriffe-lexikon/farberkennungsgeraet-oder-auch-color-test/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Farberkennungsgerät (öffnet in neuem Tab)">Farberkennungsgerät</a>, mit dessen Hilfe meine Frau letzte Hand an ihre Garderobe legte und dann erschien sie.</p>



<p>Meine Gedanken an fleischliche Gelüste im Restaurant wurden massiv von anderen fleischlichen Begierden verdrängt, denn das was mir da in meinen Gesichtserker kroch war Aphrodisiakum vom Feinsten. Ein Parfum, welches ich ihr anlässlich ihres letzten Freudenfestes geschenkt hatte. Aber das Knurren meines Magens verdrängte die Gedanken an lebensverkürzende Turnübungen. Sabine sattelte ihre Arya, ich schnallte mir den Hunderucksack auf den Rücken und wir ritten vom Hof, also naja&#8230;gingen aus der Wohnung.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Film ab…</strong></h4>



<p>Mit Hilfe unserer Navi-App auf meinem Handy fanden wir den Tempel des Genusses recht schnell Zum Glück auch die Tür, welche durch einige Raucher und den unverkennbaren Zigaretten-Geruch markiert wurde, da die ja nun zwischen einer schnellen Zigarette in der Kälte und einem rauchfreien Lokal wählen können. Einer davon hielt uns freundlicherweise die Tür auf und wir standen im Eingangsbereich. Wie bestellt und nicht abgeholt, alle Gespräche verstummten kurz. Ich hatte spontanes Kopfkino: Der Bösewicht mit Cowboyhut und Waffengürtel tritt in den Saloon, alles verstummt und starrt auf den Bösewicht bevor dieser seinen Colt zieht und… Moment! Sind wir jetzt die Bösewichte in dieser Szene? Zum Schießen sind wir doch gar nicht gekommen. Unser Essen war hoffentlich schon tot. Wir wären in diesem Moment über eine menschliche Ansprache doch froh gewesen. Zum Beispiel ob wir einen Tisch wollen. „Nein,“ hätte ich gesagt „Wir sind zum Reifen wechseln da.“</p>



<p class="has-text-align-left"><strong>SO NICHT! Es bringt nichts blinde Gäste anzustarren, die Augenbrauen hoch zu ziehen oder mit sprechenden Blicken und einer Handbewegung auf einen Tisch zu zeigen.&nbsp;</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Und immer wieder: Wie bestellt und nicht abgeholt…</strong></h4>



<p>Angriff ist in diesem Moment die beste Verteidigung. Wir „stürmten“ also das Lokal, damit fühlte sich doch noch jemand bemüßigt uns anzusprechen und uns nach unserem Begehr zu fragen. Ich kam nicht dazu meinen Reifenwechsel-Sager abzulassen, denn das Wiesel schnitt mir das Wort ab und erklärte unserem Gegenüber, dass wir einen Tisch reserviert hatten. Dieser drehte sich hörbar auf dem Absatz um, nuschelte „Folgen Sie mir“ und raste davon. Selbst für Arya war es in diesem Gewirr aus Stühlen, Tischen und Beinen nicht möglich ihm zu folgen und da standen wir also wieder. Nach einiger Zeit (mir kam es wie eine Unendlichkeit vor), vernahm ich die Stimme im Gewirr: „Hier ist Ihr Tisch!“ Na wenigstens, ein Hinweis auf die Richtung und wir zogen vorsichtig in die Richtung los, aus der die Stimme kam.</p>



<p><strong>SO NICHT! Mich unterzuhaken verlange ich in einer solchen Situation ja gar nicht mehr, aber wenigstens ein wenig mehr Hinweise darauf, in welche Richtung ich starten soll.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ist das neuerdings ein Steh-Lokal?</strong></h4>



<p>Seltsamerweise bekommen wir, also meine Frau und ich, in der Mehrzahl der Fälle einen Tisch in der Nähe der Toiletten. Ich zweifle dadurch immer wieder an der Qualität des Essens. Haben sie Angst, dass ihre Speisen so schlecht riechen, dass man gerade blinde Menschen eher zum WC setzt? Nun gut, denken wir uns und wollen uns setzen. Arya hat meiner Frau natürlich längst den Sitzplatz gezeigt, aber ich stand mal wieder ein wenig verloren in der Gegend herum. Hilfe beim Auffinden meines Sessels? Fehlanzeige!&nbsp;</p>



<p><strong>SO NICHT! Auch wenn ein Hund dabei ist, ist es immer hilfreich, zumindest einen Hinweis zu den Standorten der Sitzmöglichkeiten zu geben. Nach einer Nachfrage könnte man auch meine Hand auf die Lehne legen.</strong></p>



<p>Und da beschleicht er mich auch schon, der Gedanke, dass ihm wohl einer unserer <a href="https://www.trotz-dem.at/unser-angebot/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Sensibilisierungsworkshops (öffnet in neuem Tab)">Sensibilisierungsworkshops</a> für den Gastro-Bereich wirklich gutgetan hätte. Und unserem Ausgeh-Erlebnis vermutlich auch.</p>



<p>Was geschah, als nichts geschah werde ich zu einer anderen Zeit berichten…</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.trotz-dem.at/blind-im-gasthaus-teil-1/">Blind im Gasthaus – Teil 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.trotz-dem.at">TROTZ-DEM</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>29.10.2019 Aryas Tagebuch: Wenn ich mal alleine bin… :)</title>
		<link>https://www.trotz-dem.at/29-10-2019-aryas-tagebuch-wenn-ich-mal-alleine-bin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jules]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2019 18:29:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Leben gegriffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem gestrigen Abendessen habe ich auf meinem bequemen Bett meinen wohlverdienten Schönheitsschlaf gehalten, um mich von meiner Arbeit auszuruhen, da schweift mein Blick durch den Raum. Es war still, niemand war zu sehen. Meinen Kong kauend fiel mein Blick also auf eine bestimmte Tür, aus deren Raum es immer ganz wunderbar duftet. Jacky hat [&#8230;]</p>
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<p>Nach dem gestrigen Abendessen habe ich auf meinem bequemen Bett meinen wohlverdienten Schönheitsschlaf gehalten, um mich von meiner Arbeit auszuruhen, da schweift mein Blick durch den Raum. Es war still, niemand war zu sehen. Meinen Kong kauend fiel mein Blick also auf eine bestimmte Tür, aus deren Raum es immer ganz wunderbar duftet. <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/jacky/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Jacky (öffnet in neuem Tab)">Jacky</a> hat mir verraten, dass die ZweibeinerInnen das Zimmer „Küche“ nennen. Das die auch immer für alles ein eigenes Wort haben&#8230; Normalerweise ist die verschlossen, wie mir erklärt wurde aus gutem Grund. Was ICH allerdings damit zu tun haben sollte ist mir rätselhaft…</p>



<p>Doch sie war offen! Meine Ohren gespitzt bin ich also mal langsam aufgestanden und gemütlich auf die Tür zu spaziert. Aber selbst mein Klingeln und meine Pfoten auf den Fliesen haben zu keiner Reaktion geführt. Das <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Wiesel (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/sabine-fiedler/" target="_blank">Wiesel</a>, <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/harald-fiedler/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Harald (öffnet in neuem Tab)">Harald</a> und Jacky waren wohl oben, leise habe ich es auch rumoren gehört, aber kein Geräusch hat sich in meine Richtung bewegt. Ein Glück, dass ich so gut hören kann, oder?</p>



<p>„Einen kleinen Nachschlag kann ich schon noch vertragen“, habe ich mir gedacht und nachdem meine Nase natürlich ebenso super ist wie meine Ohren, führte diese mich auch gleich zum richtigen Ort. Drei Eimer (die sagen auch „Mistkübel“ dazu, aber von mir aus könnten sie auch „Terrasse“ heißen), die nebeneinander unter der Arbeitsfläche stehen. Ich habe schon des Öfteren beobachtet, dass man nur mit der Schnauze oben auf eine kleine Fläche drücken muss und schon geht der Deckel auf.</p>



<p>Diese Gerüche nach allem Möglichen, die mir entgegen strömten, waren traumhaft! Ich will gerade in diese Pracht reinbeißen, da höre ich Geräusche von oben die sich gefährlich in meine Richtung bewegen. Nichts wie weg! Dann nehme mir ein Maul voll mit und speise eben im Bett. Ich schnappe mir also alles was nur irgendwie in meine Schnauze passt und laufe los. In meinem Bett die erste Erleichterung: Niemand hat mich entdeckt! Ich breite also meinen Fang vor mir aus und überprüfe meinen Schatz. Doch was muss ich zu meiner Enttäuschung feststellen? Nur trockenes Zeug, nichts zum Reinbeißen und schlemmen. Das Zeug hat doch so verdammt gut gerochen!? Aber schmecken tut’s überhaupt nicht. Super! Und das Schlimmste? Nachdem ich diese Enttäuschung einfach hinnehmen musste, hat mich das Wiesel auch noch entdeckt und ordentlich geschimpft.</p>



<p>Eure <a href="https://www.trotz-dem.at/ueber-uns/arya/">Arya</a></p>
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