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Robo Braille

Sonntag, 28. November 2010

RoboBraille ist ein E-Mail-Service, das elektronische Texte in Braille oder synthetische Sprache konvertiert.
Dieses sehr praktische Konvertierungssystem funktioniert einfach und schnell. Sie senden Ihre Datei als Anhang an eines der für sie relevanten RoboBraille E-Mail-Konten und kurz danach sendet Ihnen das System die Datei im gewünschten Format, z. B. als Audiodatei, zurück. Um RoboBraille zu benutzen, ist es nicht notwendig teure oder komplizierte Software auf ihrem PC zu installieren.

RoboBraille ist kostenlos für alle nicht-kommerziellen Anwendungen. Viele Benutzer sind sehbehindert bzw. blind oder leiden an einer Lese-Rechtschreibschwäche. Sie nutzen den E-Mail-Service am Arbeitsplatz, im Studium und im Privatbereich. RoboBraille wird auch von anderen Benutzergruppen verwendet, die vom Zugang zu digitalen Texten in Alternativformaten profitieren, beispielsweise von LehrerInnen und Menschen, die unterwegs sind.

Der RoboBraille-Service wurde von Lars Ballieu Christensen und Svend Thougaard entwickelt. Seit 2007 hat RoboBraille zahlreiche internationale Auszeichnungen
erhalten. Dank der Kooperation und finanziellen Unterstützung zahlreicher Partner konnte der Service in vielen Ländern weltweit angeboten werden, vor allem für Einrichtungen für sehbehinderte bzw. blinde Menschen, für Leseunkundige und für Menschen mit Lese-Rechtschreibschwächen.

Seit den späten 1980er Jahren arbeiteten Lars und Svend an der Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien, die elektronische Dateien für sehbehinderte und blinde Menschen sowie für Personen mit Lese-Rechtschreibschwächen zugänglich machen sollten. Die beiden Forscher verfolgten das Ziel, Unterrichtsunterlagen in Alternativformaten billiger, schneller und einfacher zu produzieren.

Im Frühjahr 2004 überlegten Lars und Svend, wie die elektronische Produktion von Braille vereinfacht werden könnte, ohne die Qualität des erstellten Materials zu beeinträchtigen. Zudem wollten sie ein geeignetes System entwickeln, das auch von Menschen außerhalb der sehr kleinen Gruppe der dänischen Braillenutzer verwendet werden kann, um die Basis für einen brauchbaren
Service zu schaffen - RoboBraille wie wir es heute kennen.

Die Lösung wurde im Wesentlichen von den vielen digitalen Selbstbedienungsdiensten, die z. B. in Flughäfen, Bahnhöfen und Kinos verwendet werden, inspiriert.

“Es muss doch möglich sein, einen E-Mail-Service zu entwickeln, das Dateien empfängt und sie automatisch in ein Alternativformat konvertiert und an den Benutzer zurücksendet. Wenn wir zusätzlich zu Braille Alternativen zu den schriftlichen Unterlagen in Form von synthetischer Sprache anbieten können, dann ist die Lösung sowohl für Leseunkundige als auch für sehbehinderte und blinde Menschen, sowie für Personen mit Lese- Rechtschreibschwächen attraktiv. Mit dem E-Mail basierten Service werden wir in der Lage sein, Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen und ihnen zu helfen“, erklärt Lars Ballieu Christensen.

  • Die Freigabe der ersten Version von RoboBraille:

Es dauerte nicht lange, bis diese Idee in der ersten Version von RoboBraille umgesetzt werden konnte: Nach einer dreimonatigen Entwicklungs- und Testphase wurde RoboBraille im August 2004 freigegeben. In der Anfangsphase wurde die Version „Sensus Auto Mail Responder“ (AMR) genannt. Diese konnte sowohl dänische Dokumente in Braille als auch dänische und englische Dokumente in synthetische Sprache (wie Audiodateien in MP3-Format) konvertieren.

Kurz nach der Herausgabe der ersten Version wurde der Service in RoboBraille umbenannt. Bald wurde RoboBraille unter Fachleuten im Sehbehinderten- und Blindenbereich bekannt. Im Dezember 2004 erfuhr die dänische Bezirksverwaltung von RoboBraille und regte die Entwickler und das Synscenter Refsnaes an, eine EU-Förderung zu beantragen, damit der Service auf andere Länder ausgeweitet werden kann. Die lokale Verwaltung unterstützte das RoboBraille-Team aktiv bei der Antragstellung.

  • RoboBraille in der EU

In Mai 2005 stellte Synscenter Refsnæs einen Projektantrag bei der Europäischen Kommission. Dank der gewährten Förderung konnte der RoboBraille-Service in Irland, Großbritannien, Italien, Portugal, Griechenland und Zypern getestet werden. Das Projekt wurde mit großem Erfolg in den Jahren 2006 und 2007 durchgeführt.

Drei allgemeine Ergebnisse des Projekts waren:

  • Aufnahme von neuen synthetischen Sprachen (Britisches Englisch, Italienisch, Portugiesisch und Griechisch) in den RoboBraille-Service.
  • Erstellung von Braille in Englisch, Italienisch, Portugiesisch und Griechisch durch RoboBraille.
  • Anpassung der RoboBraille-Bedienungsoberfläche in den vorgenannten Sprachen.

In diesem Zeitraum gewährten auch Frankreich und Litauen dem RoboBraille-Service eine Förderung. Das Angebot konnte um zwei neue Sprachen, Französisch und Litauisch, erweitert werden.

Die Europäische Kommission wählte RoboBraille zum “Projekt des Monats” und im Dezember 2007 bestimmte die britische Computergesellschaft RoboBraille zum Sieger des renommierten “Social Contribution Award”.

Förderungen für mehrere Jahre ermöglichen den Betrieb und die Weiterentwicklung von RoboBraille.

Bei der Finanzmittelsuche für eine weitere Entwicklung von RoboBraille konnte Synscenter Refsnæs Förderungen von zwei dänischen Ministerien bekommen. Das Innen-und Sozialministerium gewährte, dank einer Änderung des dänischen Staatsbudgets (von 2008 bis 2011), RoboBraille einen mehrjährigen Zuschuss. Zusätzlich finanzierte das Bildungsministerium ein zweijähriges Projekt (von 2008 bis 2009) für die Entwicklung von RoboBraille zur Unterstützung von Menschen mit Lese-Rechtschreibschwächen.

Förderungen sind für die Aufrechterhaltung des Betriebs und für den technischen Support, sowie für die Weiterentwicklung von RoboBraille notwendig.

Eines der Ziele war es, weitere Sprachen (Deutsch, Spanisch, Französisch und Russisch), verschiedene Dateiformate (PDF, gescannte Dateien) und Publishing-Formate
(DAISY - strukturierte Hörbücher, Brailleformatierung) in den Service aufzunehmen.

Durch die RoboBraille-Technologie war es möglich, Braille in Dänemark viel stärker zu verbreiten.

Dieser Erfolg ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen RoboBraille und Nota, der dänischen Bibliothek für blinde Menschen.

  • Auszeichnungen ermöglichen weitere Unterstützung

Die erweiterten Funktionen von RoboBraille werden mittlerweile sehr geschätzt. Im Jänner 2010 wurde RoboBraille mit einem englischen „Bett Awards“ in der
Kategorie „Special Educational needs Solution“ ausgezeichnet. Neben Anerkennung und Motivation für die laufende Arbeit brachten die Preisverleihungen auch praktische Vorteile. Nach der Vergabe des Hauptpreises für digitale Zugänglichkeit an RoboBraille durch die EU-Kommission im Jahr 2008 spendete z. B. Microsoft
Software-Lizenzen.

Das RoboBraille Konsortium
Synscenter Refsnæs,
Kystvejen 112
DK-4400 Kalundborg,
DÄNEMARK -
E-Mail: contact@robobraille.org
Internet: www.robobraille.org

Österreichischer Partner ist die
Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs

Jägerstraße 36
1200 Wien

Tel. +43/1/330 35 45 - 0
Fax: +43/1/330 35 45 - 11

E-Mail: info@hilfsgemeinschaft.at
Web: www.hilfsgemeinschaft.at

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