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Pränataldiagnostik (PND)

Samstag, 5. September 2009

Pränataldiagnostik (PND) - auch pränatale Diagnostik oder vorgeburtliche
Untersuchungen genannt - sind medizinische Untersuchungen, bei denen es darum geht, den Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes im Mutterleib zu überprüfen.
Meistens werden dabei genetisch bedingte Behinderungen gesucht.

Es gibt verschiedene Techniken: Mit Ultraschall kann der Fötus auf einem
Bildschirm sichtbar gemacht werden. Auf diesen Bildern können einerseits
unproblematische Werte wie z.B. Alter und Lage des Fötus ermittelt werden,
andererseits können auch Abweichungen gefunden werden.

Mit anderen Techniken wird der Mutter Fruchtwasser, Gewebe der Nabelschnur oder
Blut entnommen, welches in der Folge analysiert wird. Das Resultat dieser Analysen gibt Hinweise auf allfällige Behinderungen des werdenden Kindes.
Bei einigen Verfahren besteht ein geringes Risiko, eine Fehlgeburt auszulösen.

Pränataldiagnostik ist ein fester Bestandteil des medizinischen Angebots für Schwangere geworden. Dadurch ist jede Frau mit der Frage konfrontiert, ob und
welche Untersuchungen sie durchführen lassen möchte. Solch Entscheidung sollte jedoch nur getroffen werden, wenn man ausreichend informiert und mit dem Wissen, auf diese Untersuchungen verzichten zu können.
Der Arzt oder die Ärztin stehen vor der schwierigen Aufgabe, die Frau ausreichend zu beraten, jedoch ohne sie unnötig zu verunsichern.
Übrigens: 97-98% aller Kinder kommen gesund zur Welt.
Resultate von pränatalen Untersuchungen beruhen auf Annahmen. Genaue Auskunft
über die Entwicklungsmöglichkeiten des zukünftigen Menschen können sie nicht
geben. Sie können eine kleine Zahl von Abweichungen entdecken, eine Garantie für
ein gesundes Kind sind sie nicht.
Behinderungen sind normal! Genetisch bedingte Behinderungen wie z.B. das
Down-Syndrom sind zwar selten, gehören aber genauso zum Menschsein, zu den
genetischen Möglichkeiten, was ein Mensch sein kann. So genannte Behinderte haben
das gleiche Potenzial zu einem glücklichen Leben wie so genannte Nicht-Behinderte.

Pränatale Diagnostik ist ein hervorragendes Instrument zur vorgeburtlichen Überwachung, sowohl der schwangeren Frau, als auch des ungeborenen Kindes. Es sollte aber nicht unreflektiert und routinemäßig angewandt werden, ohne ausreichende Sensibilisierung aller Beteiligten.
Um nur ein Beispiel zu nennen: wenn im Zuge der vorgeburtlichen Kontrolle festgestellt wird, dass ein Kind mit Down-Syndrom geboren werden wird, so lautet in 90 % der Fälle das Urteil: Schwangerschaftsabbruch.
Warum dieses? Weder die schwangere Frau, noch die Ärzte haben zumeist einen Menschen mit Down-Syndrom kennengelernt, nicht dessen Potential erkannt. Es wird lediglich das Defizit gesehen, selten  die Entwicklungsmöglichkeiten.
PND darf nicht als Vorstufe zur Eugenik und daraus resultierend zur Euthanasie missbraucht werden, sondern soll stets vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch - auch der Ungeborene -  das Recht auf Leben hat angewandt werden.
Schwangere Frauen sollen sich frei vom gesellschaftlichen Druck für oder gegen PND entscheiden können.

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