Mobilitätstraining
Dienstag, 26. Februar 2008Im Laufe dieses Trainings wird dem blinden Klienten von einem sehenden Trainer der Umgang mit dem weißen Langstock (Blindenstock) vermittelt. Der Gebrauch eines solchen Stockes mag zwar einfach wirken, doch auch die Verwendung dieses äußerst nützlichen und notwendigen Hilfsmittels muss erlernt werden. Das Training erfolgt im Einzelunterricht und wird stets an die individuellen Erfordernisse des Klienten angepasst.
Die richtige Stocktechnik
Begonnen wird mit der korrekten Stocktechnik. Hierbei wird der annähernd bis zur Axel reichende Langstock etwa in Nabelhöhe mit der Spitze am Boden in Schulterbreite hin- und her gependelt. Dabei liegt die Kunst dabei, dass jeweils der vorangehende Fuß von der Stockspitze abgedeckt wird - “Klingt kompliziert und ist es auch”. Mit der nötigen Übung ist diese Methode zur Sicherung des eigenen Weges durchaus zu schaffen.
Orientierung
Hat man die richtige Stocktechnik einmal heraus, so kann man beginnen, sich durch Ertasten der Bodenbeschaffenheiten zu orientieren. Bodenunebenheiten, Stufen, Laternenpfähle, Grünanlagen, Gehsteigkanten und vieles mehr können Hindernisse, aber auch Orientierungspunkte darstellen.
Menschliche Hindernisse
Es sei hier der Einwurf gestattet, und ich will mir gar nicht die Mühe machen, diesen zurückzuhalten: Neben baulichen Hindernissen oder markanten Punkten, dies kommt wie beschrieben auf die Situation an, kann man mit dem Stock auch menschliche Hindernisse aufspüren - und diese gibt es. Des öfteren war ich bereits mit einer sehenden Begleitperson unterwegs, welche mir erzählte, dass Passanten fasziniert, oder zumindest staunend stehen geblieben wären, und mich in meiner gesamten Blindheit beobachtet hätten. Dennoch schienen sie nicht auf den Gedanken gekommen, aus dem Weg zu gehen.
