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Lebenspraktische-Fertigkeiten-Training

Dienstag, 26. Februar 2008

Lebenspraktische Fähigkeiten (LPF) umschließen alltägliche haushälterische Arbeiten vom Wäsche-Waschen, über Bügeln und Putzen bis hin zum Kochen und Einkaufen. Auch sehende Menschen müssen solche Fähigkeiten erst erlernen, doch bei Menschen mit Behinderungen stellen sich sonst einfache Aufgaben als große Hürde dar. In einem LPF-Training sollen auch blinde Menschen Fertigkeiten des Alltags zu meistern lernen. Der richtige und effiziente Gebrauch diverser Hilfsmittel kann hier überaus nützlich, oder auch absolut notwendig sein und wird im Training ebenso vermittelt.

Blind kochen

Blinde Menschen und Kochen bilden durchaus keine Gegensätze. Der Trainer lehrt, wie es funktioniert: Kochen ist für blinde Menschen eine allumfassende Angelegenheit, die alle verbleibenden Sinne beansprucht. Kochendes Wasser muss man nicht sehen, es kann auch gehört werden. Ob das Wiener Schnitzel bereits die richtige Kruste hat, kann man auch mit der Gabelspitze erfühlen oder nach Zeit bei gleich bleibender Temperatur abstoppen. Eine Gemeinsamkeit, die sich behinderte und nicht behinderte Köche teilen ist, dass ihr Wissen mit der Erfahrung wächst. Es ist noch kein Koch vom Himmel gefallen und wer will schon jeden Tag Fertigpizza auftischen.

Waschtag

Das Wissen um die Zusammenstellung von Wäschestücken beim Waschen ist keine Selbstverständlichkeit. Gehören nun Grün und Violett zusammen, waren es Blau und Schwarz oder muss gar jede Farbe getrennt gewaschen werden?

Über die Selbstständigkeit

Hierzu sei ein Einwurf zur Rolle der Eltern in der Erziehung eines blinden Kindes gestattet. Es scheint der Standpunkt zu existieren, dass der erwähnte Nachwuchs ohnehin einmal im Heim leben wird. Warum also sollte man dem Kind etwas über Wäsche, deren Farbe oder das Waschen derselben beibringen? So werden blinde Kinder oftmals nur halbherzig oder gar nicht in die Führung des Haushalts eingeführt. Gerade blinde Erwachsene können jedoch aus den Erkenntnissen ihrer Kindheit profitieren und jedes Stück Selbstständigkeit hilft im späteren Lebensverlauf.

Man sollte also bedenken, dass aus einem unselbstständigen Kind ein unselbstständiger Erwachsener wird, der sich aus dieser Einstellung nur schwer befreien und zu sich selbst stehen kann. Wie heißt es so treffend: “Die Erziehung ist wie ein Topf, den man als Kind über gestülpt bekommt und dessen Inhalt das ganze Leben lang an einem herunter läuft!”.

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