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Hand geben

Montag, 2. August 2010

In der Gesellschaft spielen tradierte Rituale und allgemein übliche Umgangsformen eine wesentliche Rolle. Will man von der Gesellschaft  akzeptiert werden, so muss man um diese wissen und sie  auch  pflegen.

Ein wesentliches Ritual bildet hier das geben der Hand. Und dies zu allen Gelegenheiten.
Was sagt aber der Blinden-Knigge in solchen Situationen.
Erfahrungsgemäß stellt das Händereichen zwischen blinden Menschen kein Problem da, wird es zumeist mit einen schnipsen der Finger angekündigt, oder verbal, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Bei einem Zusammentreffen von Sehenden und Nicht Sehenden ist die Sache schon schwieriger.
Zumeist erwartet der sehende Teil das Hand-reichen und streckt die Hand zum Gruß aus und ist verwirrt, wenn diese nicht ergriffen wird.
Noch schwieriger ist es, wenn mehrere Sehende auf einen oder mehrere Blinde treffen und bei dieser Gelegenheit „Hände verteilt“ werden sollen.
Welche Hand gehört zu welcher Stimme? Wer streckt wem die Hand entgegen oder nicht?
Gleich vorweg genommen: Eine allgemein übliche und gültige Regelung, oder gar eine schon lang gepflegte und tradierte Konvention gibt es nicht.
Es bleibt der Erfindungsgabe und dem Selbstbewußtsein eines jeden Einzelnen überlassen derartige Situationen zu bewältigen ohne das Gefühl zu haben, sich schon wieder lächerlich gemacht zu haben. Daher geht jeder blinde Mensch mit diesen Thema anders um.
Meine in langen Jahren entwickelte Strategie, wenn ich mit einen oder mehreren Sehenden zusammentreffe und es ans Hände schütteln geht, so leite ich dieses Vorhaben mit den Worten ein: „Ich werde jetzt einige Hände verteilen.“. Es ist mir klar, dass ich mein gegenüber damit überrumple und ihm zwinge mir seine Hand auch zu reichen.
Ist die Situation allerdings zu unübersichtlich so verzichte ich auf dieses Begrüßungs- und Abschiedsritual.

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