» Braille, Louis

Braille, Louis

Donnerstag, 21. Februar 2008

(geboren am 04.01.1809 in Coupvray bei Paris, gestorben am 06.01.1852 in Paris)
Louis Braille ist der Erfinder der nach Ihm benannten Brailleschrift in der für blinde Menschen lesbare Texte verfasst werden können.

Nachdem er sich im Alter von drei Jahren mit einer Ahle am Auge verletzte und aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung eine Infektion des verletzten Auges auf sein zweites Auge übergriff, erblindete er zur Gänze. Sein Vater sandte den jungen Louis daraufhin in das Pariser Blindeninstitut “Institut des jeunes aveugles“. Bald entwickelte er den Wunsch nach einer Schrift für Blinde. Ein Mitschüler berichtete, dass er Schriftzeichen, die sich auf einer Karte durchgedrückt hatten lesen konnte, woraufhin der Lehrer Drucke mit erhabener Schrift herstellen lies. Das Ergebnis stellte den jungen Braille nicht zufrieden woraufhin dieser mit allerhand Symbolen aus Leder in der Schusterwerkstatt seines Vaters experimentierte. Das Ergebnis war jedoch ebenfalls nicht zu seiner Zufriedenheit.

Als 13-Jähriger erfuhr Braille von der Existenz einer von einem Artilleriehauptmann namens Charles Barbier für militärische Zwecke entwickelten “Nachtschrift”. Diese bestand aus einem komplexen System von erhabenen Punkten und Silben und sollte Soldaten das Lesen von Nachrichten im Dunkeln ermöglichen. Braille vereinfachte diese Schrift, indem er die Anzahl der Punkte reduzierte und die Silben durch Buchstaben ersetzte. 1825 hatte der immer noch sehr junge Louis Braille seine Blindenschrift, die nun auch Zahlen beinhaltete, fertiggestellt. Geschrieben wurde diese mittels einer Schablone durch deren Löcher eine Ahle auf das Papier gedrückt wurde.

Braille wurde mit 19 Jahren zum Hilfslehrer seiner Schule ernannt und veröffentlichte 1836 eine Auswahl von Werken des blinden englischen Dichters John Milton in Brailleschrift. Leider konnte sich die Blindenschrift lange nicht durchsetzen. Da man unter anderem befürchtete, dass sie blinde Menschen isolieren könnte, wenn diese in ihrer eigenen Schrift kommunizieren würden, wurde der Unterricht der Brailleschrift verboten. Louis Braille wurde entlassen, seine Bücher wurden verbrannt und die Anerkennung seiner Schrift blieb aus. 1839 entwickelte Braille, der selbst Orgel spielte, eine an sein System angelehnte Notenschrift für Musik. Auch diese fand kaum Beachtung.

Erst im Jahr 1850 wurde die Brailleschrift offiziell für den Unterricht an den französischen Blindenschulen eingeführt. Den internationalen Siegeszug konnte Braille nicht mehr miterleben. Er starb im Jänner 1852 an Tuberkulose. 100 Jahre nach dessen Tod wurde Brailles Körper exhumiert und erhielt ein Ehrengrab im Pariser Panthéon.

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