» Blindenführhund

Blindenführhund

Dienstag, 26. Februar 2008

Diese Hunde sind nicht nur äußerst treue und folgsame Gefährten, sondern verhelfen blinden und schwer sehbehinderten Menschen zu mehr Mobilität, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag. BlindenführhundUm seinem Besitzer verlässlich zur Seite zu stehen werden Blindenführhunde nach strengen Kriterien gewählt und einer intensiven Ausbildung unterzogen. Blindenführhunde “im Dienst” sind an ihrem weißen Führgeschirr welches ein offizielles Verkehrszeichen darstellt und zur Rücksicht verpflichtet, erkennbar.

Was Blindenführhunde leisten können

Blindenführhunde haben vielerlei Fähigkeiten. So können sie unter anderem Türen, Stiegen, Telefonzellen, Zebrastreifen, Postkästen, Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel oder freie Sitzplätze in Bus oder Bahn finden helfen. Blindenhunde zeigen Hindernisse wie Straßenschilder, parkende Fahrzeuge oder Bordsteinkanten an und führen sicher durch diverse Umgebungen. Bei drohender Gefahr wie zum Beispiel im Straßenverkehr muss der Hund auch in der Lage sein einen Befehl ausnahmsweise zu verweigern. Ausgebildete Führhunde beherrschen rund 40 Hörzeichen, je nach Training aber bis zu 400. Diese Kenntnisse bleiben jedoch nur bei regelmäßigem Training erhalten.

Welcher Hund kommt in Frage

Als Blindenführhunde werden zumeist ganz bestimmte Hunderassen ausgebildet, wie Schäferhunde, Labrador Retriever, Golden Retriever, Königspudel, Risenschnauzer oder diverse Mischlinge dieser Rassen wie der LabraDudel. In Frage kommen zudem nur friedfertige, intelligente, nervenstarke, wesensfeste, gesunde und belastbare Hunde. Vereinzelt wird auch eine besonders kleinwüchsige Pferderasse für diese Aufgaben herangezogen, was sich in Europa jedoch noch nicht durchgesetzt hat.

Verhaltensregeln für Dritte

Da sich Mensch und Tier im Führgespann gleichermaßen konzentrieren müssen, ist das Ansprechen, Locken, Füttern und Berühren des Hundes während seines Führdienstes nicht angebracht. Spontanes Berühren des Führgeschirrs können Hund wie Mensch verunsichern. Ebenso ist es gefährlich, den Hund mit Knallkörpern und Ähnlichem zu erschrecken. Da fremde Hunde während des “Dienstes” ebenso ablenken können, sollte man mit diesen das Führgespann zügig umschreiten. Ansprechen und Hilfe anzubieten ist hingegen erwünscht. Da der Hund weder Ampelsignale deuten noch die Nummer der Bus- oder Straßenbahnlinien erkennen kann, ist auch hier fremde Hilfe erforderlich.

Damit Gefahren und unnötige Hindernisse von vornherein vermieden werden können, sollte sich jeder Verkehrsteilnehmer an die Verkehrsvorschriften halten. Mit Fahrzeugen verstellte oder zugeparkte Gehwege zwingen den Hund mitunter mit dem Führgespann auf die Straße auszuweichen, wo es gefährlich werden kann.

Bei vielen Geschäften müssen Hunde draußen bleiben, was üblicherweise auch in Ordnung ist. Im Falle eines Blindenhundes wird sogar vom Gesetz eine Ausnahme verordnet. Da es sich hier aber auch um besonders wohl erzogene Tiere handelt sollte es kein Problem geben.

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel nicht verfügbar!