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Begrifflichkeiten zum Thema Behinderung

Sonntag, 12. Oktober 2008

Im folgenden wird versucht einen aktuellen Stand der Begrifflichkeiten  um das Thema Behinderung aufzuzeigen,  der  keinesfalls den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit oder gar Vollständigkeit erhebt, sondern eine persönliche Bewertung der Terminologie darstellt. 
Es wird eine Momentaufnahme versucht, die sich in einigen Jahren schon geändert haben kann.

  Behinderte)r) - behindert

Menschen mit Behinderung(en) werden mit dieser Bezeichnung auf ein Merkmal ihres Seins reduziert, wie auch z. B. rothaarig, blonde Frau, Ausländer … Diese Aufzählung von Reduzierungen könnte noch weitergeführt werden.
Diese Reduzierung geschieht oftmals unbeabsichtigt, würde sich aber mit ein wenig Sensibilität vermeiden lassen.
Es kommt aber auch vor, dass Menschen mit Behinderung ihr Gleichsein abgesprochen wird. Dies wird dann mit der Anrede des  „DU“ dokumentiert.
Oder noch extremer: Wenn ich mit  meiner Assistenz oder sehenden Freunden einkaufen gehe und der oder die wird dann gefragt: „Was will er denn haben?“.
Fakt ist, dass Behinderung ein stigmatisierender Ausnahmezustand ist.
Die Norm, der Menschen mit Behinderung widersprechen, wurde jahrhundertelang unreflektiert von Generation zu Generation übernommen und beginnt sich allmählich zu verändern.
Es ist bedenklich, in welchem zumeist negativ besetzten Zusammenhang die Worte „behindert“ und/oder „Behinderter“ umgangsprachlich verwendet und missbraucht werden.
Oft ist dies von Jugendlichen zu hören: „Der oder die ist behindert!“ oder „Das ist so behindert!“. Dabei geht es selten bis gar nicht um Menschen mit einer Behinderung, sondern um Personen, Situationen die auf diese Weise abgewertet werden sollen. Das das Wort behindert hier genannt wird lässt keinen sensiblen Umgang im persönlichen Umfeld des/der Sprecher(in) erahnen.
Vorurteile können nur dann wachsen, wenn der persönliche Umgang mit der Randgruppe fehlt, die damit ausgegrenzt wird.

Es wäre wünschenswert, wenn die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung schon derart abgenommen hätte, wie die von Linkshändern oder Rothaarigen im Mittelalter oder noch kühner gesagt, die von  Frauen vor dem 18. Jahrhundert.
Ziel von Behindertenvertretungen heutzutage ist nicht mehr die Integration, sondern schon weitergedacht die Inklussion.


Die Eingliederung von Menschen mit Behinderung kann aber nur in Phasen passieren, die in einander fließen; von der Segregation, also der totalen Ausgrenzung, die wir in manchen Ländern und Bereichen hinter uns gelassen haben führt uns die Entwicklung zur Integration, die wir gerade durchleben. Darin werden Randgruppen, wie z. B. Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft integriert, der Behindertenbegriff besteht aber nach wie vor. Erst wenn diese Phase abgeschlossen ist kommt es zur Inklusion, wo es dann nicht mehr einen Blinden oder Rollstuhlfahrer gibt, sondern nur mehr Herr Mayer und Frau Huber. Um diese abschließende Phase zu erreichen müssen noch einige Voraussetzungen geschaffen und Hürden abgebaut werden, vor allem die Barrieren im Kopf gilt  es niederzureißen.

Das ist Ziel und Zukunft, nicht nur von Behindertenvertretungen, sondern auch von TROTZ-DEM 

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